Dieses römische archäologische Museum erzählt die Geschichte des römischen Heerlen und Südlimburg. Die abwechslungsreiche Sammlung besteht aus römischen Objekten aus und um Coriovallum: der römischen Stadt, die unterhalb von Heerlen liegt.

Prunkstück ist das römische Badehaus: das am besten erhaltene römische (öffentliche) Badehaus in den Niederlanden. Dieses Badehaus mit 500 m an römischem Mauern und ca. 2500 m² Grundfläche ist sehr gut erhalten. Sie sind herzlich eingeladen um einen Blick auf unsere Geschichte zu werfen.

Entdeckung des Badehauses

Das öffentliche Badehaus an der heutigen Coriovallumstraat wurde kurz vor dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Eine großartige Entdeckung, die unterstrich, wie groß und wohlhabend Coriovallum in der Römerzeit war. Das Badehaus wurde während des Krieges ausgegraben und provisorisch mit Stroh und Silbersand bedeckt. Erst dreißig Jahre später wurde das aktuelle Museum über das Badehaus gebaut, um das Gelände der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 1977 öffnete das Thermenmuseum seine Türen und die ersten Besucher kamen herein, um sich das Badehaus anzusehen.

Das Badehaus damals

Wo Wasser ist, ist es gesund!
Ein Bad zu nehmen war in der römischen Kultur sehr wichtig. Sanitas per Aqua (Gesundheit durch Wasser) pflegten sie zu sagen. In modernen Begriffen war ein römisches öffentliches Bad eine Kombination aus Wellness, Fitnessraum und Gesundheitszentrum. Ein Besuch im Badehaus war eine gesellschaftliche Veranstaltung, für welche genügend Zeit reserviert wurde. Hier traf man andere Leute, wurde Sport betrieben, und ließ man sich massieren, gönnte man sich eine Schönheitsbehandlung oder besuchte man einen Arzt.

Reiche Römer hatten den Luxus von einem eigenen Badezimmer zu hause. Der Durchschnittsbürger ging jeden Tag in ein Badehaus (Balnea) oder eine Badeanlage (Therme). Das Thermenmuseum war ein öffentliches Badehaus.
Gegen Zahlung eines bescheidenen Betrages durfte man eintreten. Männer und Frauen badeten getrennt: Frauen waren am Morgen willkommen, Männer den Rest des Tages bis zum Sonnenuntergang. Klamotten wurden in speziellen Nischen verstaut, Baden und trainieren tat man nackt.

Man hatte die Wahl aus verschiedenen Räumen:

  • caldarium oder der warme Raum: hier konnte man ein heißes Wasserbad nehmen.
  • epidarium oder lauwarmes Zimmer: hier konnte man sich mit Bade Öl einreiben lassen.
  • sudatorium oder schweißraum: die warme Luft öffnete die Hautporen.
    Das Bade Öl wurde zusammen mit dem Schmutz mit einem Badeschaber von der Haut abgekratzt.
  • Frigidarium oder Kühlraum: Hier konnte man in eines der beiden Tauchbecken eintauchen.

Temperatur

Ein Badehaus sollte offensichtlich die richtige Temperatur haben. Daher brannte das Praefurnium ununterbrochen. Die heiße Luft erwärmte die Räume durch die Raume unter den Böden und zwischen den Wänden. Das Wasser im Heißwasserbad wurde von die darunter befindliche Heißluft und von einen auf dem Heizkanal stehenden Kessel erwärmt. Von hier wurde das heiße Wasser direkt in das Bad geleitet.

Treffpunkt

Das Badehaus war vor allem ein Treffpunkt wo die lokale Bevölkerung sich traf. Man konnte aber auch neue Kontakte zu Durchreisenden anknüpfen. Zwischendurch aß man Snacks. Das wissen wir durch Funde von Geschirr, Austernschaufeln und sogar Austernschalen im Thermenmuseum. So war das Badehaus im Zentrum der Stadt Coriovallum einer der wichtigsten Anlaufpunkte für die Bewohner der Stadt und der Region.

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